Kultur-Transfair III [2013]

In vier unterschiedlichen Blöcken wurden gemeinsam mit dem Filmmuseum verschiedene Formen des Dokumentarfilms erarbeitet.
Mit dem Architekturzentrum wurden Wege, Ziele und Aufenthaltsorte der Obdachlosigkeit kartographiert. Entstanden ist ein 25 minütiger Dokumentarfilm, der eine sehr persönliche Landkarte und das Erleben in der Stadt widerspiegelt.

Gerade obdachlose Menschen werden in ihren Bedürfnissen gerne auf die Grundfunktionen des menschlichen Organismus reduziert: essen, trinken, wärmende Kleidung, Körperhygiene, ein Dach über dem Kopf. In ihrem Alltag geht es vornehmlich darum, die eigene Haut zu retten.

Friedensreich Hundertwasser meinte jedoch, dass der Mensch fünf Häute besitzt - vom Körper über die Kleidung bis zu seiner Umwelt - und dass er nicht überleben kann, wenn er diese Hüllen, die ihn umgeben, nicht kreativ gestalten darf. Kreativität ist nicht nur ein Grundbedürfnis, sondern ein Menschenrecht. Ein Menschenrecht, das auf Würde, Selbstwert, Wahrnehmung und Ausdruck abzielt.

Das Projekt "Häutungen - von der Straße zur Kunst" hat den ProjektteilnehmerInnen die Möglichkeit gegeben, ihre eigene Kreativität neu zu beleben und so neue Impulse für sich selbst und ihr Umfeld setzen zu können. Durchgeführt wurden gemeinsame Exkursionen und Museumsbesuche sowie Kunst- und Kreativworkshops im KUNST HAUS WIEN Museum Hundertwasser.

Thematischer Ausgangspunkt war die Ausstellung „Wiener Typen - Klischees und Wirklichkeit“, die im Wien Museum gezeigt wird. TeilnehmerInnen der Kurse von Interface und SchülerInnen der Graphischen (Fotografie und Grafik) haben im Rahmen dieser Workshops, die im Museum und im öffentlichen Raum stattfanden, zusammengearbeitet. Historische Exponate der Präsentation wurden verhandelt und zusammen mit der Künstlerin Carla Bobadilla re-interpretiert. Das Projekt war insbesondere prozessorientiert, d.h. die TeilnehmerInnen sollten über Typus und Klischee frei entscheiden, auch die Orte im urbanen Raum wurden von ihnen ausgewählt. Eine Präsentation der Arbeiten fand am 26. Juni 2013 im Atrium des Wien Museums statt.
Das Projekt Ungerahmt ermöglichte über das Medium der Fotografie einen Austausch zwischen Fotomuseum WestLicht und LAUBE ITS Wien. Durch einen gemeinsamen, interaktiven Rückblick auf die Anfänge der Fotokunst konnte die Gruppe mehr über die Geschichte der Kameras erfahren. Neben den technischen Voraussetzungen um ein Bild zu machen, wurde auch eine Diskussion über den künstlerischen Anspruch an ein Motiv, der persönliche Zugang zu diesem Medium und dessen Möglichkeit Geschichten zu erzählen, angeregt. Jede/r Teilnehmer/in baute zu diesem Zweck seine/ihre eigene Kamera und machte sich auf Motivsuche. Ebenso sollte ein entsprechender Titel gefunden werden, wobei sich die Themenbereiche zwischen Psyche und Ausgrenzung bewegten. Zum Abschluss wurden die Bilder in den Räumlichkeiten der Galerie NUU präsentiert.
Partnerschaften

Architekturzentrum Wien / Österreichisches Filmmuseum / Bewohner der Riedelgasse neunerHaus

KunstHausWien Museum Hundertwasser - JOSI Tageszentrum für Obdachlose

Wien Museum / Interface Wien GmbH

WestLicht Fotomuseum / ITS Wien Laube GmbH