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"Armutsgrenze"

Start der österreichweiten Kampagne



E I N L A D U N G

Do, 6. Mai 2010, 10:00 Uhr
„Armutsgrenze“
Start der österreichweiten Kampagne
Ort:
Herrengasse 16 (vor dem Landhaus), 8010 Graz

 

Armutsgrenze

 

Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben. (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 27 / Abs. 1)

Grenzen sichtbar machen , Grenzen überwinden


In Österreich sind 500.000 Menschen von Armut betroffen. Ihr Einkommen ist so niedrig, dass das Geld kaum reicht, um den Lebensunterhalt zu finanzieren. Prekäre Einkommensverhältnisse schaffen Grenzen, die für andere unsichtbar bleiben. Die Aktion Hunger auf Kunst & Kultur zeigt diese mit der Kampagne „Armutsgrenze“ auf und macht Barrieren sichtbar.

In der Steiermark sind annähernd 100 Kultureinrichtungen solidarisch mit Menschen, die sich einen Kulturbesuch nicht leisten können. Sie ermöglichen den freien Eintritt zu Konzerten, Theater, Oper und vielem mehr. Österreichweit gibt es derzeit mehr als 450 Kulturpartner. Anspruch auf den Kulturpass haben alle Menschen, die unter der Armutsgefährdungsgrenze leben.

„Armutsgrenze“ ist eine Kampagne der Aktion Hunger auf Kunst und Kultur im Rahmen des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Die Aktionen in Wien, Graz und Salzburg sind Auftakt der österreichweiten Kampagne.


Hunger auf Kunst & Kultur - der Kulturpass

Kunst und Kultur sind so wichtig wie Essen und Trinken! Ohne Geld allerdings spielt es meist nicht viel. Solidarisch mit Menschen, die sich Kunst und Kultur - oft auch nur vorübergehend - nicht leisten können, engagiert sich hier die Aktion "Hunger auf Kunst & Kultur" mit dem "Kulturpass".

Kein Geld zu haben bedeutet immer einen Mangel an Möglichkeiten. Wird das Geld knapp, bezahlen wir zuerst Miete, Strom und Essen, bevor der Wunsch nach Konzert oder Kino überhaupt erst aufkeimt. Theater, Oper - kein Gedanke. Gefühle der Ohnmacht und Isolation stellen sich da schnell ein. Mit dem Kulturpass wird der Zugang zum kulturellen Angebot wieder möglich - unkompliziert und unentgeltlich.

Seit 2006 gibt es diese Aktion auch in der Steiermark und hat vom Start weg großen Zuspruch erfahren. Begonnen haben wir mit 17 Partnerinstitutionen aus dem Kunst- und Kulturbereich und zehn sozialen und karitativen Einrichtungen, die als Ausgabestellen für den Kulturpass fungierten. Schon im ersten Jahr konnten an 2.200 KulturpassbesitzerInnen ca. 2.400 Karten ausgegeben werden.

Derzeit nutzen mehr als 9.000 KulturpassbesitzerInnen das kulturelle Angebot bei 97 Partnerorganisationen in der Steiermark, der Kulturpass ist bei 94 sozialen und karitativen Einrichtungen und allen Geschäftsstellen des AMS erhältlich (Stand: April 2010). Im Jahr 2009 wurde durch die tatkräftige Unterstützung von Privatpersonen, von Institutionen und Unternehmen und durch das Entgegenkommen der Partnereinrichtungen die Ausgabe von mehr als 11.000 Karten ermöglicht.


Armut ist ...

Arm ist nicht nur, wer in Pappschachteln am Bahnhof übernachten muss, sondern wer am Alltagsleben nicht teilnehmen kann. Die Statistik spricht von Armut und sozialer Ausgrenzung, wenn neben einem geringen Einkommen* schwierigste Lebensbedingungen auftreten.

Erwerbslos, alleinerziehend, working poor, zugewandert. 500 000 Menschen in Österreich sind von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen ("manifeste Armut"), Frauen stärker als Männer.

Ein Viertel der Armutsbevölkerung sind Kinder. Ihre Eltern sind erwerbslos, alleinerziehend, zugewandert oder haben Jobs, von denen sie nicht leben können.

Ein Drittel der Betroffenen sitzt dauerhaft unter den Bedingungen von Armut und Ausgrenzung fest. Die Hälfte aller akut armen Personen ist nur für ein Jahr dieser Situation ausgesetzt.

Nie gedacht? Das Risiko, ohne Halt abzustürzen, ist gestiegen - auch für Personen, die sich`s in ihrem Leben nie gedacht hätten. 600 000 Menschen (7%) sind "armutsgefährdet". Ihr Einkommen liegt unter der Armutsgrenze.

Armut macht krank. Menschen, die in Armut leben, sind doppelt so oft krank wie Nicht-Arme.

Armut ist Stress. Die sogenannte Managerkrankheit mit Bluthochdruck und Infarktrisiko tritt bei Armutsbetroffenen 3mal häufiger auf als bei ManagerInnen.

Armut macht einsam. Wer arm ist, hat weniger freundschaftliche und nachbarschaftliche Kontakte.

Armut nimmt Zukunft. Menschen, die am Limit leben, haben geringere Aufstiegschancen. Ihre Zukunft wird von der sozialen Herkunft bestimmt.

(Martin Schenk, Armutskonferenz)

Mehr Information entnehmen Sie bitte der Publikation "Einkommen, Armut und Lebensbedingungen 2007" - Ergebnisse aus EU-SILC 2007

* Als Schwelle wird 60% des Median-Pro-Kopf-Haushaltseinkommens definiert: das sind 912 Euro. Die meisten Einkommen liegen weit darunter (so liegen 300 000 Menschen unter 600 Euro). Quelle: Statistik Austria 2009, EU_SILC 2007, Statistik Austria 2008, EU-SILC 2006. Bericht über die soziale Lage 2003-2004. Sozialministerium. Bericht zur sozialen Lage 2001-2002, Sozialministerium.


Hunger auf Kunst & Kultur | Aktionstag 2009

Mi, 14. Oktober 2009, 10:00 bis 22:00 Uhr
Der Rückblick - PDF-icon PDF Download (916 KB)


 

Hunger auf Kunst & Kultur | Aktionstag 2009

Mi, 14. Oktober 2009, 10:00 bis 22:00 Uhr
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